Fachgebiet für Molekulare Ernährungswissenschaft

Forschungsschwerpunkte

  • Ernährungsbedingte Modulation des Milieus im Reproduktionstrakt
  • Ernährungsinduzierte metabolische Programmierung der Nachkommen
  • Metabolische Funktionalität von Lipocalinen
  • Herkömmliche und alternative Proteinquellen in der humanen Ernährung
  • Gewebespezifischer Transport und Funktionalität bioaktiver Fettsäuren
  • Molekurare Charakterisierung von Fettgewebe und Präadipozyten

 

 

 

 

 

 

 

 

Fachgebiet für Molekulare Ernährungswissenschaft (140a)

Garbenstraße 30 Bio Geb. I
Zimmer 150 (Sekretariat)
70599 Stuttgart

Postadresse:
Universität Hohenheim
Fg. Molekulare Ernährungs-
wissenschaft (140a)
70593 Stuttgart

0711 459 24113
E-Mail

Laufende Forschungsprojekte (Auswahl)

Bedeutung der Wiederkäuerernährung für die gesundheitsbezogene Bewertung von rotem Fleisch

Der Verzehr von rotem Fleisch wird in vielen Studien mit gesundheitlichen Risiken wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Krebs in Verbindung gebracht. Dabei bleibt jedoch häufig unberücksichtigt, dass sich die Zusammensetzung von rotem Fleisch durch die Fütterung der Wiederkäuer erheblich verändern kann. Insbesondere graslandbasiertes, biodiverses Futter erhöht nachweislich den Gehalt an Omega-3-Fettsäuren und antioxidativ wirksamen Substanzen im Fleisch und könnte dadurch möglicherweise nachteilige gesundheitliche Effekte abmildern.

Vor diesem Hintergrund untersucht das Projekt, ob und in welchem Ausmaß unterschiedliche Fütterungsstrategien die gesundheitlichen Wirkungen von rotem Fleisch beeinflussen. Im Mausmodell werden Fleisch von konventionell und graslandbasiert gefütterten Rindern und Lämmern sowie weißes Fleisch miteinander verglichen. Dabei stehen Effekte auf Stoffwechsel, Darmgesundheit, Mikrobiom, Entzündungsprozesse und den antioxidativen Status im Mittelpunkt. Ziel ist es, besser zu verstehen, ob und wie sich die gesundheitlichen Effekte von rotem Fleisch durch gezielte Futteranpassungen beeinflussen lassen.

Lipomatosis Spinalis - Charakterisierung des Fettgewebes bezüglich seiner Produktion von Entzündungsmediatoren bei Patienten mit und ohne metabolischem Syndrom.


 

 

Die spinale epidurale Lipomatose (SEL) entsteht durch übermäßige Fettansammlungen im Wirbelsäulenkanal und kann zu Rückenschmerzen, Sensibilitätsstörungen und sogar Querschnittslähmungen führen. Da Adipositas und das metabolische Syndrom als mögliche Risikofaktoren gelten, soll in diesem Projekt die entzündliche Aktivität des epiduralen Fettgewebes bei adipösen und normalgewichtigen Patienten sowie bei Patienten mit und ohne metabolisches Syndrom untersucht werden. Dazu werden während routinemäßiger Wirbelsäulenoperationen epidurale und subkutane Fettproben entnommen, hinsichtlich ihres Entzündungsprofils analysiert und miteinander verglichen. Ziel ist es, die Rolle des epiduralen Fettgewebes bei der Entstehung und Ausprägung der SEL besser zu verstehen und mögliche neue Therapieansätze abzuleiten.                                                           

in Kooperation mit 

Dr. Petra Büchin 

Ernährungsbasierte Modulation des Follikelflüssigkeits-Metaboloms zur Verbesserung der Eizellqualität und Förderung der weiblichen Fruchtbarkeit – eine speziesübergreifende Studie an Frauen und Milchkühen

Unfruchtbarkeit nimmt sowohl bei Frauen als auch bei hochleistenden Milchkühen zu – zwei biologisch vergleichbaren Systeme, bei denen sich die Eizellenqualität mit zunehmendem Alter in ähnlicher Weise verschlechtert. Trotz Fortschritten in der assistierten Reproduktionstechnologie sind die Erfolgsraten nach wie vor begrenzt, was die Notwendigkeit nicht-invasiver Strategien zur Verbesserung der Eizellqualität unterstreicht. Die Ernährung, insbesondere die Aufnahme bioaktiver Substanzen, stellt einen vielversprechenden, bislang jedoch unzureichend erforschten Ansatz zur Förderung der reproduktiven Gesundheit dar.

Dieses Projekt untersucht, wie eine Ernährung mit vielen Polyphenolen und Omega-3-Fettsäuren, zentrale Bestandteile der mediterranen Ernährung, das metabolische Milieu des Eierstockfollikels beeinflusst und dadurch möglicherweise die Eizellqualität sowie die frühe Embryonalentwicklung verbessern kann. Durch die Kombination von Studien an Frauen und Milchkühen verfolgen wir einen einzigartigen speziesübergreifenden Ansatz, um gemeinsame Stoffwechselwege und Biomarker zu identifizieren, die mit einer verbesserten Fruchtbarkeit assoziiert sind. Das ultimative Ziel ist die Entwicklung evidenzbasierter Ernährungsstrategien, die den Fortpflanzungserfolg unterstützen, die Notwendigkeit wiederholter Fruchtbarkeitsbehandlungen reduzieren und die Gesundheit sowohl von Frauen als auch von Nutzieren verbessern.

in Kooperation mit

Prof. Dr. Yael Heifetz

S-TEC Zentrum für Biointelligente Wertschöpfung

BioBank: humane Gewebeproben

Auf der Suche nach den Ursachen komplexer Krankheiten sind Proben und Daten aus Biobanken eine enorm wichtige Quelle. Daher widmen wir uns dem Aufbau bzw. der Erweiterung einer wissenschaftlichen Sammlung von Proben humanen Fettgewebes (subkutan und viszeral) sowie daraus gewonnener, kultivierbarer Präadipozyten für biomedizinische Forschungszwecke. Eine besondere Stärke der Biobank besteht darin, dass sie Proben von adipösen Patienten sowie Proben derselben Patienten nach deutlichem Gewichtsverlust infolge einer bariatrischen Operation umfasst. 

Die Biobank eröffnet die Möglichkeit, Informationen, die man aus wissenschaftlichen Untersuchungen dieser Proben erhält, mit phänotypischen Informationen und klinischen Verlaufsdaten zu verknüpfen. Dadurch können sie zur Entwicklung neuer Präventionsmaßnahmen, Diagnoseverfahren und Therapien einen wesentlichen Beitrag leisten. 

 

Kollaboration mit

Dr. med. Matthias Raggi   

 

Team Dr. Raggi

 

 

Adipositaszentrum Stuttgart

Lehre

Die untenstehenden Lehrveranstaltungen werden vom Fachgebiet „Molekulare Ernährungswissenschaft“ angeboten. Das Fachgebiet beteiligt sich auch an weiteren Lehrveranstaltungen. Details entnehmen Sie bitte dem Vorlesungsverzeichnis.

Im Bachelorstudiengang vertritt das Fachgebiet in der Lehre den Bereich der allgemeinen Ernährungswissenschaft. Im Fokus der Mastermodule stehen ernährungsrelevante molekulare Mechanismen, der Einfuss und die Wirkungsweise von genetischen, ernährungs- und lebensstilabhängigen Risikofaktoren für Erkrankungen mit Ernährungsbezug, sowie die Vermittlung von methodischen Kompetenzen, um Fragestellungen in diesem Themenfeld zu untersuchen.

 

Im Vorlesungsverzeichnis in HohCampus finden Sie unsere Veranstaltungen unter: 

  • Fakultät Naturwissenschaft
  • Ernährungswissenschaften (140)
  • Fg. Molekulare Ernährungswissenschaft (140a)

Themen für Bachelor- oder Masterarbeiten

Das Fachgebiet bietet zu den oben gelisteten Forschungsschwerpunkten Bachelor- und Masterarbeiten an. Auch eigene Themen von Studierenden werden im Rahmen der Möglichkeiten gerne berücksichtigt.

Masterarbeiten sind grundsätzlich experimentell. Bachelorarbeiten werden hauptsächlich als Literaturarbeiten vergeben. Pro Semester wird zusätzlich eine begrenzte Anzahl an experimentellen Bachelorarbeiten vergeben.

Anfragen zu Ihren Abschlussarbeiten richten Sie bitte per E-Mail an:

Publikationen

Eine Übersicht über die wissenschaftlichen Publikationen des Fachgebietes für Molekulare Ernährungswissenschaft finden Sie unter folgendem Link.

Publikationen